Geltung für die Dienstleistungen der SalesAgent FlexCo
Tuchlauben 7a, 1010 Wien, Österreich
FN in Eintragung beim Handelsgericht Wien
vertreten durch den Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz
E-Mail: office@salesagent.at
(nachfolgend „Anbieter“)
Geltungsbereich & Kundenkreis
1.1 Diese AGB gelten für alle Verträge über Plattform-, Begleitungs- und Vermittlungsdienstleistungen des Anbieters in der bei Vertragsschluss gültigen Fassung. Individuelle Vereinbarungen im Plattform-Nutzungsvertrag haben Vorrang.
1.2 Das Angebot richtet sich an Unternehmer im Sinne des § 1 KSchG bzw. § 14 BGB sowie an Personen mit ernsthafter Absicht zur Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit (Gründer).
Gründer, die den Vertrag vor Aufnahme ihres Unternehmensbetriebes schließen, gelten nach § 1 Abs 3 KSchG als Verbraucher. Für sie gelten ergänzend die zwingenden verbraucherrechtlichen Bestimmungen, insbesondere das FAGG, sowie die Anlage W zum Plattform-Nutzungsvertrag. Bestimmungen dieser AGB, die nur gegenüber Unternehmern zulässig sind, finden auf Verbraucher keine Anwendung.
1.3 Abweichende Bedingungen des Kunden werden nur Vertragsbestandteil, wenn der Anbieter ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zugestimmt hat.
1.4 Änderungen dieser AGB werden dem Kunden in Textform mitgeteilt. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb von vier Wochen ab Zugang, gelten die Änderungen als angenommen; auf das Widerspruchsrecht und die Bedeutung des Schweigens wird in der Mitteilung gesondert hingewiesen. Änderungen, die wesentliche Leistungs- oder Vergütungsinhalte betreffen, bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung.
Vertragsschluss
2.1 Angebote des Anbieters sind freibleibend. Der Vertragsschluss erfolgt digital über PandaDoc, esignatures.io oder ein gleichwertiges System mit elektronischer Signatur im Sinne der eIDAS-Verordnung; die digitale Signatur ist der handschriftlichen Unterschrift rechtlich gleichgestellt.
2.2 Vor verbindlicher Signatur kann der Kunde seine Eingaben prüfen und korrigieren. Der Vertragstext wird gespeichert und dem Kunden samt AGB in Textform übermittelt. Vertragssprache ist Deutsch.
Leistungen des Anbieters
3.1 Der Anbieter erbringt nach Vertragsschluss und Zahlungseingang die im Plattform-Nutzungsvertrag definierten Leistungsblöcke:
- Digitale Inhalte: Kursbereich, Aufzeichnungen, Vorlagen
- Dienstleistungen: 1:1 Onboarding, vier Wochen Live-Praxisbegleitung durch einen erfahrenen Vertriebsleiter, Community-Betreuung, Support mit Reaktionszeit von 24 Stunden an Werktagen
- Plattforminfrastruktur & Projektvermittlung: projektbezogene Systemzugänge, Informationskanal, Vermittlung in B2B-Kundenprojekte
3.2 Live-Trainings und Community-Formate sind freiwillige Begleitangebote ohne Teilnahmepflicht, ohne Anwesenheitskontrolle und ohne Prüfung oder Bewertung eines Lernerfolgs. Aufzeichnungen stehen gleichwertig zur Verfügung.
3.3 Sämtliche Leistungen sind Dienstleistungen im Sinne einer Bemühensschuld (§ 1151 ABGB). Der Anbieter schuldet keinen bestimmten Vermittlungs-, Vertriebs-, Einkommens- oder Geschäftserfolg. Aussagen zu möglichen Einkommen beruhen auf Erfahrungswerten einzelner Agenten und stellen keine Zusicherung dar.
3.4 Die Aktivierung als SalesAgent erfolgt nach den objektiven Voraussetzungen des Plattform-Nutzungsvertrages (Gewerbenachweis, Handelsvertretervertrag, Auftragsverarbeitungsvereinbarung, technisches Setup, Onboarding-Termin). Sie ist keine Prüfung eines Lernerfolgs.
3.5 Die Projektvermittlungsgarantie und der Erfolgsbonus sind abschließend im Plattform-Nutzungsvertrag geregelt.
Lizenzgebühr, Zahlung, Verzug
4.1 Es gelten die im Plattform-Nutzungsvertrag genannten Entgelte; alle Preise verstehen sich netto zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer. Die Lizenzgebühr ist mit Vertragsschluss fällig, spätestens bis zum Onboarding-Termin.
4.2 Ratenzahlung ist nach den im Checkout angebotenen Plänen möglich. Etwaige Transaktionsgebühren von Zahlungsdienstleistern, die der Kunde wählt, trägt der Kunde, sofern sie ihm vor Auswahl ausgewiesen werden.
4.3 Eine Aufrechnung des Kunden ist nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig; gegenüber Verbrauchern gilt dies nur nach Maßgabe des § 6 Abs 1 Z 8 KSchG.
4.4 Bei Zahlungsverzug gelten gegenüber Unternehmern Verzugszinsen von 9,2 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz (§ 456 UGB), gegenüber Verbrauchern die gesetzlichen Verzugszinsen. Bei Verzug von mehr als 14 Tagen kann der Plattformzugang bis zum Ausgleich gesperrt werden.
Widerrufsrecht für Verbraucher (Gründer)
5.1 Verbrauchern im Sinne der Ziffer 1.2 steht das gesetzliche Widerrufsrecht nach dem FAGG zu. Die Einzelheiten, die Widerrufsbelehrung, das Muster-Widerrufsformular und die Zustimmungserklärungen zur vorzeitigen Leistungserbringung ergeben sich aus der Anlage W zum Plattform-Nutzungsvertrag.
5.2 Verlangt der Verbraucher die sofortige Bereitstellung der digitalen Inhalte, erlischt sein Widerrufsrecht hinsichtlich dieser Inhalte mit Beginn der Bereitstellung (§ 18 Abs 1 Z 11 FAGG). Verlangt er den vorzeitigen Beginn der Dienstleistungen, schuldet er im Widerrufsfall ein anteiliges Entgelt nach der Meilenstein-Tabelle (Anlage 1 zum Plattform-Nutzungsvertrag).
Pflichten des Kunden
6.1 Der Kunde nutzt die Systeme persönlich und ordnungsgemäß nach den jeweiligen Nutzungsrichtlinien, macht wahrheitsgemäße Angaben (insbesondere zu seinem Unternehmer- oder Gründerstatus) und teilt Änderungen unverzüglich mit.
6.2 Der Kunde hält im Umgang mit personenbezogenen Daten sämtliche datenschutzrechtlichen Bestimmungen (DSGVO, DSG) ein, hält seine Zugangsdaten geheim und dokumentiert seine Tätigkeit vollständig und wahrheitsgemäß im bereitgestellten CRM; die Dokumentation dient dem Nachweis seiner Vergütungsansprüche.
6.3 Untersagt ist insbesondere:
- Inhalte oder Systeme des Anbieters zu kopieren, weiterzugeben oder Dritten zugänglich zu machen
- die Community für Eigenwerbung zu nutzen
- Dritte ohne schriftliche Genehmigung in Projekte einzubinden
- Tracking- oder CRM-Daten zu manipulieren
- im Namen des Anbieters oder eines Projektpartners rechtsverbindliche Erklärungen abzugeben oder Konditionen zuzusagen
Nutzungsrechte & geistiges Eigentum
7.1 Der Anbieter räumt dem Kunden ein nicht ausschließliches, nicht übertragbares, auf die Vertragslaufzeit beschränktes Nutzungsrecht an der Plattform und den Inhalten ein.
7.2 Sämtliche Inhalte (Skripte, Trainingsmaterialien, Strategien, Kampagnenkonzepte, das Dynamic Payout System, Vorlagen, Aufzeichnungen) bleiben im ausschließlichen Eigentum des Anbieters. Mit Vertragsende endet das Nutzungsrecht; Materialien sind zurückzugeben oder nachweislich zu löschen.
Kommunikationsordnung
8.1 Kanalkatalog: Rechtsverbindliche Kommunikationskanäle sind ausschließlich das Plattform-Messaging sowie die E-Mail-Adressen office@salesagent.at und accounting@salesagent.at. Messenger-Dienste (insbesondere WhatsApp) sind reine Informations- und Supportkanäle; über sie werden keine rechtserheblichen Erklärungen abgegeben oder entgegengenommen.
8.2 Rechtserhebliche Erklärungen (insbesondere Kündigung, Beanstandung, Fristsetzung, bei Verbrauchern der Widerruf) bedürfen der Textform an office@salesagent.at. Zustellungen an den Kunden erfolgen wirksam an die zuletzt bekannt gegebene Adresse. Fristen laufen nur an Werktagen.
8.3 Vertretungsregel: Verbindliche Zusagen können nur der Geschäftsführer des Anbieters oder schriftlich bevollmächtigte Personen abgeben. Aussagen von Trainern, Projektpartnern, Community-Mitgliedern oder anderen Agenten begründen keine Ansprüche, sofern sie nicht über die offiziellen Kanäle in Textform bestätigt werden.
8.4 Trainings und Coaching-Calls werden aufgezeichnet; der Kunde willigt in die Aufzeichnung und die interne Nutzung zu Schulungs- und Qualitätszwecken ein. Die Aufzeichnung von Telefonaten mit Dritten ist nur mit Kenntnis aller Gesprächsteilnehmer zulässig; der entsprechende Hinweis ist verbindlicher Bestandteil der Gesprächsführung.
8.5 Die Veröffentlichung oder Weitergabe von Aufzeichnungen, Screenshots, Schulungsmaterialien und sonstigen internen Inhalten ist untersagt; Ziffer 12 (Vertragsstrafen im Handelsvertretervertrag) bleibt unberührt.
8.6 Geschäftszeiten: Montag bis Freitag, 09:00 bis 17:00 Uhr (CET). Reaktionszeit auf Anfragen: 24 Stunden an Werktagen.
Vertraulichkeit
9.1 Der Kunde behandelt alle im Rahmen der Zusammenarbeit erhaltenen vertraulichen Informationen (insbesondere Vertragsinhalte, Vergütungsmodelle, Strategien, Kunden- und Projektdaten) streng vertraulich. Die Pflicht besteht fünf Jahre nach Vertragsende fort.
9.2 Gesetzliche Auskunfts- und Aussagepflichten gegenüber Behörden und Gerichten bleiben unberührt.
Faire Kommunikation (Non-Disparagement)
10.1 Beide Parteien verpflichten sich, während der Vertragslaufzeit und für 24 Monate danach keine unwahren, herabsetzenden oder geschäftsschädigenden Tatsachenbehauptungen sowie keine beleidigenden Äußerungen über die jeweils andere Partei gegenüber Dritten oder öffentlich abzugeben.
10.2 Klarstellung: Wahre Tatsachenbehauptungen, zulässige Meinungsäußerungen und sachliche Kritik, insbesondere im Rahmen von Bewertungen, bleiben von dieser Regelung unberührt. Vor öffentlicher Kritik steht beiden Parteien der interne Beschwerdeweg nach Ziffer 16 offen.
Kundenschutz & Abwerbeverbot
11.1 Der Kunde ist berechtigt, für mehrere Auftraggeber tätig zu sein. Ein allgemeines Wettbewerbsverbot besteht nicht.
11.2 Untersagt ist jedoch, während der Vertragslaufzeit und für zwölf Monate danach Kunden und Projektpartner des Anbieters, zu denen der Kunde im Rahmen der Zusammenarbeit Kontakt hatte, unter Umgehung des Anbieters direkt oder indirekt für eigene oder fremde Rechnung in Bezug auf konkurrenzierende Vertriebsdienstleistungen zu kontaktieren oder abzuwerben, sowie Mitarbeiter und andere Agenten des Anbieters abzuwerben.
Vertragsstrafen
Die Vertragsstrafen für Verstöße gegen Kundenschutz, Datenschutz, Datenabzug, Veröffentlichungsverbot und Ziffer 10 sind abschließend im Handelsvertretervertrag geregelt (Gesamtdeckel 50.000 Euro je Vertragsverhältnis, richterliches Mäßigungsrecht bleibt unberührt). Vor Aktivierung gilt: Bei schuldhafter Verletzung der Vertraulichkeit oder des Veröffentlichungsverbots kann der Anbieter den Ersatz des nachgewiesenen Schadens verlangen.
Datenschutz
13.1 Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten des Kunden zur Durchführung des Vertragsverhältnisses gemäß DSGVO und DSG. Einzelheiten enthält die Datenschutzerklärung auf salesagent.at.
13.2 Im Rahmen der Projekttätigkeit verarbeitet der Kunde personenbezogene Daten im Auftrag; er verpflichtet sich zum Abschluss der Auftragsverarbeitungsvereinbarung und projektbezogener Ergänzungen sowie zur Einhaltung sämtlicher datenschutzrechtlicher Vorgaben.
Vertragsdauer & Kündigung
14.1 Der Plattform-Nutzungsvertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Beide Parteien können ihn mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende ordentlich kündigen.
14.2 Die außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund für den Anbieter liegt insbesondere vor bei: schwerwiegendem Datenschutzverstoß, Manipulation von CRM- oder Tracking-Daten, Verstoß gegen Kundenschutz oder Veröffentlichungsverbot trotz Abmahnung, Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen, Nichtvorlage des Gründernachweises sowie Verlust der Gewerbeberechtigung ohne zeitnahe Wiedererlangung.
14.3 Eine ordentliche Kündigung durch den Kunden begründet keinen Anspruch auf Rückerstattung der Lizenzgebühr; die Fälle der Projektvermittlungsgarantie, des Erfolgsbonus und des Widerrufsrechts für Verbraucher bleiben unberührt. Bei Vertragsende sind Zugänge zurückzugeben, Materialien nachweislich zu löschen und laufende Projekte ordnungsgemäß zu übergeben.
Haftung, Freistellung, höhere Gewalt
15.1 Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten, begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden. Gegenüber Verbrauchern gelten diese Beschränkungen nur, soweit gesetzlich zulässig.
15.2 Schadenersatzansprüche von Unternehmern verjähren innerhalb von zwölf Monaten ab Kenntnis von Schaden und Schädiger, spätestens innerhalb der gesetzlichen Höchstfristen; für Verbraucher gelten die gesetzlichen Fristen.
15.3 Der Kunde stellt den Anbieter von Ansprüchen Dritter frei, die auf einer vertragswidrigen Nutzung der Plattform oder einem Verstoß gegen geltendes Recht durch den Kunden beruhen, einschließlich der notwendigen Kosten der Rechtsverteidigung. Die Freistellung gilt drei Jahre nach Vertragsende fort.
15.4 Keine Partei haftet für Leistungsstörungen durch höhere Gewalt (Naturkatastrophen, Pandemien, Krieg, behördliche Anordnungen, Ausfall wesentlicher technischer Infrastruktur). Die betroffene Partei informiert die andere unverzüglich.
Beschwerdeweg & Mediation
16.1 Beanstandungen sind zunächst über den internen Beschwerdeweg an office@salesagent.at zu richten; der Anbieter bemüht sich um Abhilfe binnen 14 Tagen.
16.2 Vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens unternehmen die Parteien einen Mediationsversuch; die Kosten tragen sie je zur Hälfte. Das Recht auf einstweilige Verfügungen sowie zwingende Verbraucherrechte bleiben unberührt.
Zahlungsdienstleister
Die Zahlungsabwicklung kann über vom Anbieter beauftragte, lizenzierte Zahlungsdienstleister erfolgen; deren Bedingungen gelten ergänzend. Der Kunde wirkt an deren Identifikations- und Legitimationsprozessen (KYC) mit; Auszahlungen können bis zum Abschluss zurückgehalten werden.
Schlussbestimmungen
18.1 Es gilt österreichisches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Gegenüber Verbrauchern gilt die Rechtswahl nur, soweit ihnen dadurch nicht der Schutz zwingender Bestimmungen ihres Aufenthaltsstaates entzogen wird.
18.2 Für Verträge mit Unternehmern ist ausschließlicher Gerichtsstand Wien; gegenüber Verbrauchern gelten die gesetzlichen Gerichtsstände.
18.3 Die EU-Kommission stellt unter ec.europa.eu/consumers/odr eine Plattform zur Online-Streitbeilegung bereit. Soweit Verträge mit Verbrauchern (Gründern) geschlossen werden, weist der Anbieter darauf hin, dass er zur Teilnahme an Verfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle nicht verpflichtet und nicht bereit ist; unsere E-Mail-Adresse lautet office@salesagent.at.
18.4 Eine Abtretung von Ansprüchen des Kunden bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters; gegenüber Verbrauchern gilt dies nur für Ansprüche, deren Abtretung gesetzlich beschränkbar ist. Forderungsabtretungen des Anbieters (etwa an Factoring-Unternehmen) sind zulässig.
18.5 Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein oder werden, bleiben die übrigen unberührt.